Branchen-Shootout – Patchnotes

Im Zuge des vielgeklickten und geteilten gestrigen Blogposts erreichten mich noch ein paar Informationen, die ein teils anderes, teils klareres Bild auf die Situation werfen. Genauer geht es um drei Dinge:

1.) Was ich vermutete, gestern aber vom Zug aus nicht recherchiert bekam und deshalb auch nicht als Argument angeführt  habe, hat sich bestätigt: Keen, der Gewinner der Kategorie „Bestes Spiel“, ist ebenfalls Mitglied im GAME – und mit großer Sicherheit eines der größten. Jede Vermutung also, der GAME habe zu Gunsten eines Vorstandsmitglieds gegen die Entscheidung in dieser Kategorie intervenieren wollen, wird hier noch einmal unwahrscheinlicher. Ein Verband, der die eigenen Mitglieder gegeneinander aufhetzt: das ergibt dann vollständig gar keinen Sinn mehr. Vor allem nicht mit der auf Facebook geäußerten und durch nichts belegten Unterstellung, er tue dies, weil ihm vor Jahren einige zahlungskräftige Mitglieder weggelaufen sind und er deshalb seinen Rückzug aus dem DCP plane. Das hätte der GAME vor zwei Jahren einfacher haben können, als es ihm wirklich dreckig ging. Warum sollte er also dann heute, als „Lösung“ sehr alter Probleme, dann noch andere, wichtige Mitglieder vom Hof mobben? Für mich weisen solche Verdächtigungen eine erhebliche Aluhut-Nähe auf. Und sie reißen in der Branche nur weitere, vollkommen unnötige Gräben auf.

2.) Die Jurysitzung zum DCP fand, das war mir neu, unter Leitung von Frau Staatssekretärin Dorothee Bär aus dem Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur statt. Die Politik, die ich gestern noch schadenfroh lachend auf der Tribüne vermutete, war also nicht nur als Veranstalter und Co-Finanzier mit dabei, sie saß bei der Jurysitzung auf der Trainerbank – und hat die absurden Abstimmungsprozesse zumindest erheblich mit zu verantworten. Das macht die Sache nicht besser, sondern den Grad an Unprofessionalität höchstens noch schwerer erklärbar. Da scheint es doch umfangreichen, juristischen Beratungsbedarf zu geben. Zumindest mehr als gesunden Menschenverstand. (Full Disclaimer: Ich hätte es gehasst, die Politik vollkommen aus der Verantwortung entlassen zu müssen. Sie jetzt sogar in einer zentralen Rolle zu wissen, ist irgendwie … man ist halt nicht gerne alleine der Dumme!)

3.) Wie der Stellungnahme von Mimimi zu entnehmen ist, haben Johannes und Dominik die Entscheidung, den Preis nicht anzunehmen, unabhängig vom GAME und anderen beteiligten Instanzen getroffen und vor der Gala an die Veranstalter kommuniziert. Genau so integer habe ich die beiden vor über zehn Jahren kennen- und schätzen gelernt, und ich habe nach wie vor keinerlei Grund, an der Aufrichtigkeit des gesamten Statements zu zweifeln.

Branchen-Shootout!

In einer Mail an die Mitglieder, die im Vorfeld der Berlin Games Week verschickt worden war, beklagte der GAME Bundesverband Unregelmäßigkeiten bei der Stimmauszählung für den Deutschen Computerspielpreis DCP. Man werde versuchen, die Sache noch zu klären, bislang sei das aber nicht gelungen, und im Zweifel sähe man sich gezwungen, die Verleihung von Preisen in drei umstrittenen Kategorien als Mitveranstalter nicht mitzutragen.

Während der Quo Vadis bekam man dann durchaus mit, dass da hinter den Kulissen noch um eine Lösung gerungen wurde – mit bekanntem Ergebnis. Man wurde sich nicht einig, und Mimimi sah sich gezwungen, den Preis für bestes Game Design abzulehnen. Der Skandal war komplett. Die Beteiligten Parteien hatten ein game of Chicken gespielt – und am Ende hat die Branche verloren.

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